Geschäftsbericht 2022

10 Gesamtwirtschaftliche Entwicklungen 2022 SCHWÄCHERES WACHSTUM UND HÖHERE INFLATION Die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands wurde 2022 spürbar durch die Folgen des russischen Angrifs- krieges gegen die Ukraine belastet. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt stieg gegenüber dem Vorjahr um 1,9 %. Die Wirtschaftsleistung nahm damit deutlich schwächer zu als 2021 (+2,6 %), trotz der auch 2022 noch andauernden Erholung vom Corona-Krisenjahr 2020. Die allgemeine Teuerung zog kriegsbedingt weiter an. Die Inflationsrate war mit 7,9 % so hoch wie seit über 70 Jahren nicht mehr. KONJUNKTUR TRÜBTE SICH ZUNEHMEND EIN Zu Jahresbeginn war die Wirtschaftsleistung noch kräftig expandiert, befördert insbesondere durch die voranschreitende Erholung der kontaktintensiven Dienstleistungsbereiche vom pandemiebedingten Ein- bruch 2020. Im weiteren Jahresverlauf verschlechterte sich die Konjunktur aber deutlich, was in eine Stagnation zum Jahresende mündete. Hauptgrund für die Verschlechterung waren die wirtschaftlichen Begleit- erscheinungen des Ende Februar einsetzenden Ukrainekrieges. Zu nennen sind hier nochmals steigende Energie- und Rohstofpreise, länger bestehende Lieferkettenstörungen und enorme Unsicherheiten, nicht zuletzt über die Gasversorgung. GEBREMSTER ANSTIEG DER KONSUMAUSGABEN Die Konsumausgaben der privaten Haushalte sind, nach einem geringfügigen Zuwachs im Vorjahr (+0,4 %), im Verlauf von 2022 zunächst kräftig gestiegen. Angesichts der Rückführung von Infektionsschutzmaßnahmen wurde vor allem in den Bereichen Gastgewerbe sowie Freizeit, Unterhaltung und Kultur mehr ausgegeben. Zum Jahresende bremste dann jedoch der Höhenflug der Verbraucherpreise die Kaufkraft der Haushaltseinkommen verstärkt aus. Auf Jahressicht konnten die privaten Konsumausgaben dennoch preisbereinigt um deutliche 4,6 % zulegen und mit soliden 2,3 Prozentpunkten zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum beitragen. STAGNIERENDE INVESTITIONEN Die Gemengelage aus enormen Preiserhöhungen, andauernden Personal- und Materialengpässen, einge- trübten Ertragsaussichten, ungünstigeren Finanzierungs- bedingungen sowie hohen Unsicherheiten belastete das Investitionsklima spürbar. GERINGERES DEFIZIT DER ÖFFENTLICHEN HAND Die Lage der öfentlichen Finanzen blieb angespannt. Die Ausgaben übertrafen erneut die Einnahmen. Unter anderem begründet durch verschiedene Einmal- zahlungen zur Abfederung der hohen Energiekosten. Zudem wurde der Anstieg der Einnahmen durch den vorübergehend gewährten staatlichen Tankrabatt ver- mindert. Das gesamtstaatliche Finanzierungsdefizit ist aber gegenüber dem Vorjahr auf erhöhtem Niveau zu- rückgegangen, von 134,3 auf rund 101,6 Milliarden Euro. Milchwirtschaftliche Entwicklung · Gesamtwirtschaftliche Entwicklungen

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