Geschäftsbericht 2022
16 2022 haben sich Rückgänge der Milchanlieferung in einer Reihe von EU-Ländern und Wachstum in anderen Mitgliedstaaten die Waage gehalten. Am stärksten war die Zunahme mengenmäßig betrachtet in Polen, gefolgt von den Niederlanden, Belgien, Österreich und Irland. Die größte Einschränkung war in Frankreich zu beob- achten. Die nächstgrößeren Abnahmen haben in den südeuropäischen Ländern Spanien, Italien und Portugal stattgefunden. In Deutschland, dem Land mit der größten Milchmenge, ist das Vorjahresniveau im Schnitt fast genau erreicht worden. EU: BIO-MILCHANLIEFERUNG LANGSAMER GESTIEGEN Die Anlieferung von Biomilch in der EU ist in 21 Ländern, für die längerfristige Daten vorliegen, 2022 im Schnitt um 0,5 % gestiegen. Damit hat sich das Wachstum im Vergleich zu den Vorjahren verlangsamt. Zu Steigerungen kam es in Belgien, Tschechien, Deutschland, Frankreich und Rumänien, während die Biomilchmenge in den übrigen Ländern geschrumpft ist. Vor allem in den Ländern mit den höchsten Anteilen von Biomilch, wie Dänemark, Österreich und Schweden, ist das Aufkommen gesunken. Der Anteil von Biomilch an den Anlieferungen von Kuhmilch in der EU liegt bei knapp 4 %. EU: VORJAHRESMENGE 2022 WIEDER ERREICHT Im Kalenderjahr 2022 hat die Milchanlieferung in der EU-27 den Vorjahresstand von 144,8 Mio. t entgegen den ursprünglichen Erwartungen wieder erreicht. Die niedrigeren Anlieferungen im ersten Halbjahr, der heiße und trockene Sommer und die zunehmenden Umwelt- auflagen hatten ursprünglich einen Rückgang des Milch- aufkommens erwarten lassen. Aufgrund der Stabilisierung im dritten Quartal und der expansiven Entwicklung im vierten Quartal wurde die Vorjahresmenge aber doch noch erreicht. Ursachen für die Erholung waren die außergewöhnlich hohen Milch- preise, die die Erzeuger motiviert haben – in Verbindung mit sehr mildem Winterwetter. Es handelt sich aller Voraussicht nach aber nicht um eine längerfristige Rückkehr zum wachsenden Trend, sondern um vorübergehende Mitnahmeefekte. Auf längere Sicht ist aufgrund der politischen Rahmen- bedingungen und weiterer Faktoren mit einem Rück- gang des Milchaufkommens zu rechnen. Milchwirtschaftliche Entwicklung · Die Milchwirtschaft international und in Deutschland MILCHAUFKOMMEN WICHTIGER EXPORTLÄNDER* (MIO. T) EU: MILCHANLIEFERUNG IN TONNEN 2020 2021 2022 Quelle: ZMB nach nationalen Statistiken. *Summe EU + VK, USA, Neuseeland, Australien, Argentinien, Chile, Uruguay, Weißrussland 23 März Apr. Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez. Feb. Jan. 27 28 26 25 24 145.000 135.000 125.000 115.000 Quelle: ZMB, nationale Statistiken, Eurostat, Milchanlieferung EU-27 (bis 2012 ohne Kroatien) 105.000 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
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