Geschäftsbericht 2022
19 2020 2021 2022 DEUTSCHLAND: FLEISCHPRODUKTION GESUNKEN – 10 % WENIGER KÜHE GESCHLACHTET In Deutschland wurden 2022 1,006 Mio. Kühe ge- schlachtet. Das waren 10,1 % oder 112.557 Tiere weniger als 2021 und gleichzeitig die niedrigsten Schlachtzahlen der letzten Jahre. Dazu dürften die hohen Milchpreise beigetragen haben. DEUTSCHER MILCHMARKT 2022: PREISREKORDE TROTZ UNSICHERHEIT – HOHE KOSTENBELASTUNG Die Preisentwicklung an den Märkten für Milchprodukte war im Jahr 2022 außergewöhnlich. Rekordpreise und eine hohe Volatilität prägten das Bild. Nachdem bereits in der Jahresmitte 2021 ein Aufwärtstrend der Notie- rungen eingesetzt hatte, beschleunigte sich in der ersten Hälfte 2022 der Preisanstieg. In den letzten Monaten kam es dann wieder zu zum Teil deutlichen Preiskorrekturen. Im Jahresdurchschnitt erhöhte sich die Notierung für Blockbutter um rund 56 %, die für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität um rund 41 % sowie die Preise für Schnittkäse um rund 55 %. Die private Nachfrage der deutschen Verbraucher litt unter der gestiegenen Inflation. Die höheren Preise führten zwar zu einem höheren Umsatz, aber auch zu geringeren Absatzmengen im deutschen Lebensmittel- handel. Dies traf vor allem hochpreisige Produkte. IFE-ROHSTOFFWERT UND MILCHPRREISE IN DEUTSCHLAND IN CENT/KG Rohstofwert Milchpreis* Quellen: ZMB, BLE, ife-ev *Milchpreis ab Hof, bei 4,0 % Fett, Bundesdurchschnitt 10 2009 2013 2011 2015 2017 2019 2021 70 60 50 40 30 20 2023 DEUTSCHLAND: KUHSCHLACHTUNGEN (STÜCK) Quellen: ZMB, Destatis Jan. Feb. Mär. Apr. Mai Jun. Jul. Aug. Sep. Okt. Nov. Dez. 130.000 110.000 90.000 50.000 70.000 30.000 REKORDMILCHAUSZAHLUNGSPREISE IM JAHR 2022 Trotz deutlich gestiegener Kosten war 2022 für die Milcherzeuger ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr. Die Erzeugerpreise erreichten nie gesehene Rekord- werte und lagen im Bundes- und Jahresdurchschnitt nach Erhebungen der BLE im Rahmen der Melde- Verordnung Milch bei 53,18 Cent/kg. Dies bedeutet eine Steigerung um gut 16 Cent oder 46,6 % gegenüber dem Vorjahr. Zum Jahresende wurde im Bundesdurchschnitt die 60-Cent-Marke beim Milchpreis erreicht. Dabei zeigten sich in Abhängigkeit von der Produktionsausrichtung der Molkereien größere Spreizungen in den Auszahlungs- möglichkeiten. Aufallend war der deutlich geschrumpfte Preisabstand zwischen konventionell und ökologisch erzeugter Rohmilch. Der Abstand betrug zeitweise nur noch gut 2 Cent. Ursache ist hier ein stark verändertes Verbraucherverhalten in Zeiten rasant gestiegener Inflation. Auch die Erzeugerpreise für Biomilch erreichten einen neuen Höchstwert, erhöhten sich aber weniger stark als konventionelle Milch. Sie stiegen im Bundes- durchschnitt auf 58,19 Cent/kg, was eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 15,8 % bedeutet. Milchwirtschaftliche Entwicklung · Die Milchwirtschaft international und in Deutschland
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