Agrarpolitische Rahmenbedingungen 2019 INTERNATIONALE AGRARMÄRKTE Der FAO-Preisindex für die wichtigsten weltweit gehan- delten Agrarrohstoffe erzielte im Dezember 2019 ein Fünfjahreshoch. Zuvor waren die Preise bereits drei Monate in Folge kontinuierlich angestiegen. Vor allem der Anstieg bei Milch, Pflanzenölen und Zucker führte zu dem hohen Preisniveau zum Ende des Jahres. Insge- samt erreichte der FAO-Preisindex für das Jahr 2019 einen Durchschnittswert in Höhe von 171,5 Punkten. Damit bewegte er sich 1,8 % höher als 2018. Der FAO-Milchpreisindex lag 3 % über dem Wert von 2018. Die größte Preissteigerung wurde bei Magermilch- pulver verzeichnet, gefolgt von Käse und Vollmilchpulver. Der Durchschnittswert für Butter fiel hingegen niedriger aus als 2018. Der internationale Fleischpreis stieg 2019 um 5,7 % im Vergleich zu 2018. Der Schweinefleischpreis verzeichnete dabei die stärksten Steigerungen, gefolgt von Rind- und Geflügelfleisch. ENTWICKLUNGEN IN DER GEMEINSAMEN AGRARPOLITIK DER EU Die Beratungen zu den von der EU-Kommission im Juni 2018 vorgelegten Vorschlägen zur Reform der Gemein samen Agrarpolitik (GAP) wurden in 2019 im Ministerrat und im Europäischen Parlament fortgesetzt, durch die Neukonstituierung der EU-Institutionen aber verzögert. Der seit dem 1. Dezember 2019 amtierende Agrar kommissar Janusz Wojciechowski hat sich bisher nicht zu geplanten Änderungen an dem bereits vorliegenden legislativen Vorschlag geäußert. Untrennbar mit der GAP verbunden ist der Mehrjährige Finanzrahmen (MFR), mit dem jeweils für sieben Jahre die Höhe der Einnahmen und Ausgaben verbindlich festgelegt wird. Derzeit sieht der Kommissionsvorschlag eine Mittelkürzung im Agrarhaushalt von insgesamt 5 % vor. Die Reduktion bei den Direktzahlungen soll dabei 4 % und bei den Mitteln für die ländliche Entwicklung 15 % betragen. Eine Einigung der Staats- und Regierungs- chefs zum Haushaltsrahmen wird im Jahr 2020 erwartet. Möglicherweise unter deutscher Ratspräsidentschaft. Bedingt durch die Verzögerungen beim MFR ist mit einer Einigung zur GAP-Reform erst im Anschluss an den Finanzbeschluss zu rechnen. Über die künftige Ausgestaltung der GAP hinaus ist für die Belange der Agrarwirtschaft der von der neuen EU- Kommission unter Präsidentin Ursula von der Leyen vorgeschlagene Green Deal wichtig. Mit diesem Projekt werden insbesondere ehrgeizige Klimaziele der EU, aber auch eine nachhaltigere Nahrungsmittelversorgung angestrebt. Im Agrarsektor soll im Rahmen einer „Farm to Fork“-Strategie die Nahrungsmittelversorgung in Europa nachhaltiger gestaltet und die Kreislaufwirtschaft gefördert werden. Geplant ist ein Bündel von Maßnahmen. Unter anderem zielen diese auf eine signifikante Reduzie- rung des Einsatzes von chemischen Pflanzenschutzmitteln, Düngemitteln und Antibiotika ab. In dem Zusammenhang wird es auch um die verstärkte Nutzung innovativer Methoden zum Schutz gegen Pflanzenkrankheiten etc. gehen. 10 MILCHWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG – I NTERNAT I ONALE AGRARMÄRKTE
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