Durch die Verunsicherung im Zuge des Shutdowns ist es in der deutschen Bevölkerung Anfang März zu regelrechten Hamsterkäufen gekommen. Vor allem haltbare Lebens- mittel und Desinfektionsmittel wurden in Unmengen ein- gekauft. Unsere Molkerei hat in dieser Zeit H-Milch in bislang ungekanntem Ausmaß an unsere Kunden ausge- liefert. Große Bestellvolumen mussten gestrichen werden, da die notwendigen Milch- und Abfüllkapazitäten nicht vorhanden waren. Um einen reibungslosen und sicheren Betrieb unseres Unternehmens gewährleisten zu können, haben wir in der Hohenloher Molkerei rechtzeitig einen Corona-Krisenstab gebildet, der umfassende Präventiv- und Vorsichtsmaß- nahmen im Unternehmen leitet und koordiniert. Ausblick auf das Jahr 2020 Seit März 2020 hat das Corona-Virus die Welt fest im Griff. Wie lange dieser Zustand noch anhalten wird, vermag derzeit niemand so recht zu sagen. Fest steht aber bereits jetzt, dass die globale und auch die deutsche Wirtschaftsleistung in diesem Jahr massiv unter der Pandemie leiden werden. Nachdem das neuartige Corona-Virus Covid-19 in der chinesischen Stadt Wuhan ausgebrochen war, hatten verschiedene Maßnahmen der chinesischen Regierung sehr schnell Auswirkungen auf die Logistik. Die Entladung und Abfertigung von Waren in den chinesischen Seehäfen verzögerte sich. Der Rücklauf von Containern in Richtung Europa ebenfalls. Am Milchmarkt ist Unsicherheit entstanden, wie sich die Importnachfrage Chinas in Anbetracht der Pandemie im Jahr 2020 entwickeln wird. Weltweit, und ganz besonders in China, sind die Einkäufer von Milchprodukten zu einem abwartenden Kaufverhalten übergegangen. Der Preisanstieg bei Milchpulver ist bereits im Februar zum Stillstand gekommen und von Preisrückgängen abgelöst worden. Die weitere Entwicklung und ihre Auswirkungen auf die Hohenloher Molkerei bleiben abzuwarten und sind unklar. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Geschäftsberichts stiegen die Zahlen der Infizierten in Europa weiter an. Und der für Deutschland wichtige Absatzmarkt Italien war schwer gebeutelt. Inwieweit die Ausfuhren nach Italien und in andere EU-Länder sowie Drittstaaten in­ folgedessen zurückgehen werden, steht zum Zeitpunkt der Erstellung des Geschäftsberichts nicht fest. DER MILCHMARKT IM SPANNUNGSFELD Auch 2020 dürfte das Milchaufkommen in der EU und in Deutschland leicht ansteigen. Vorausgesetzt es kommt zu normalen Witterungsverläufen mit einer gleichmäßigeren Verteilung der Regenfälle, als dies in 2018 und 2019 der Fall war. Reduzierte Milchkuhbestände, verschärfte Umweltauflagen, ein zunehmender Verzicht auf importierte Futtermittel sowie die unabsehbaren Folgen des Corona-Virus dürften den Anstieg der Milchproduktion hemmen. 44 AUSSICHTEN 2020

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